30/12 UmbaupauseNach 274 Beiträgen von Sarah Moser legen wir eine Umbaupause ein. Wir freuen uns, im Frühling neu zu beginnen und Sie wieder mit spannenden Geschichten zu unterhalten.
Wir danken Sarah Moser ganz herzlich für Ihre Arbeit.
Caritas Zürich
27/6 Mut zur Leidenschaft
Nichts wird so oft unwiederbringlich versäumt wie die Gelegenheit, die sich täglich bietet.
Marie von Ebner–Eschenbach
Um dem Dauerbrenner Armut etwas gegenüber zu stellen, werde ich hier vorerst in lockerer Folge Beiträge über Menschen bringen, die mit ihrer Gesinnung, ihrem Engagement, ihrer Leidenschaft, mit ihrer Geschichte, was sie daraus machen, wie sie damit umgehen, beispielhaft die öde, eintönige Landschaft wie bunte Blumenkunstwerke beleben, damit inspirieren und Mut machen. Mut, nachzudenken, Mut die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten, Mut, Dinge anders anzugehen, Mut…
Seit Jahren bewundere ich im Sommer die Pflanzen, die der Blumen Graffiti Künstler Maurice Maggi sät. Lang wusste ich nicht, dass hinter dem Blumen Wildwuchs ein Mann steckt, der seiner Leidenschaft vehement und kontinuierlich folgt. Er lässt sich nicht beirren , bleibt seiner Überzeugung treu und hat, was heimlich begann, zur „salonfähigen“ Avantgarde Kunst avanciert. Geld verdient er keins damit. Bald sind es drei Jahrzehnte, dass er Kilometer um Kilometer zurück legt, kreuz und quer durch die Stad reist, seine Blumensamen streut um andere mit seiner lebendigen Kunst zu beglücken. Was braucht es mehr? Die Leidenschaft lebt! 31/5 Ein Samstag wie viele
Seit meinem letzten Eintrag ist es bereits wieder eine ganze Weile her. Das hat Gründe. Natürlich. Vor etwas mehr als zwei Jahren, als ich meine lange ersehnte Wunschausbildung zur Journalistin abgeschlossen hatte, - fiel ich in ein Tief. Tiefs kannte ich, davon hatte ich die vergangenen Jahre etliche durchlebt. Wenn ich sage Tiefs, mein ich wirklich Tiefs. Aber dieses ging nicht vorüber. Zwar machte es manchmal den Anschein, doch bald befand ich mich wieder dort, wo ich kurz vorher war – unten. Ich bin einfach nicht mehr richtig auf die Beine gekommen. Vielleicht war das nun Summa Summarum - die Kumulation aller Tiefs.
Weitermachen, einfach weitermachen, so ungefähr hat mein Motto gelautet. Jedoch allzu oft kam ich Morgen kaum aus den Federn – und tat es doch. War ich unausgeschlafen, den ganzen Tag ohne Energie und hatte kaum je das Gefühl, ausgeruht und ausgeschlafen zu sein. Ich konnte manches nicht mehr, wie zuvor. Die Feedbacks sprachen eine deutliche Sprache. Wie meine Kinder sich mir gegenüber zu meinem Zustand äusserten. „Du lachst kaum noch, bist ständig müde, traurig oder wütend. Früher warst du fröhlich, übermütig und lustig und lieb, es war viel schöner mit dir“ Darüber zu schreiben, fällt mir auch heute nicht leicht, aber ich glaube, dass die Verleugnung dieses Zustands, und das sage ich generell, eher zur Verschlimmerung führt, als zur Besserung.
Es war einfach viel zusammen gekommen, zu Vieles, zu dem ich keine Lösung fand. Das Schöne, Spannende, Interessante, Geniale das ich bis anhin immer wieder in meinem Leben, überhaupt im Leben sah, hatte seinen Glanz verloren.
Und doch sind oft, auch wenn es abgegriffen klingt, die kleinen Dinge, die unscheinbaren Momente, auf die es ankommt.
Einen solchen Moment habe ich letzten Samstag erlebt. Ich hatte mich nach langen hin- und her entschlossen, einen Datenstick für eine grössere Datenmenge zu kaufen. Auch wenn wir eine einigermassen grosse Wohnung haben, fehlt uns ein Zimmer. Dort, wo das Arbeitszimmer, vor allem aber „mein Büro“ war, schläft jetzt eine meiner Mädels. Die Entwicklung eines Menschen ist kaum je vorauszusehen, im Teeniealter gilt dies besonders. Streitereien, Grenzüberschreitungen und andere sind belastend. Um dies wenigstens etwas zu mildern, habe ich eine meiner beiden Töchter spontan umgesiedelt – wie gesagt, ins Büro.
Nun kann ich dort nicht mehr frei walten wie ich will. Deswegen der Stick, der mir erlauben soll, mit meinem Notebook in unserem Wohnzimmer, der Zentralbibliothek oder einem Café zu schreiben. Zu viel Arbeit liegt in der Wohnung unerledigt herum, zu oft sind Termine, Anrufe, und meine drei Teenager wenn sie zu Hause sind Gründe, weshalb ich nicht mehr dazu komme, regelmässig und konzentriert zu Schreiben.
Zurück zum Samstag. So hatte ich es, nochmal geschafft, in die Stadt, in die Medienabteilung bei Manor zu kommen. Dort begegnete mir einer, von dem ich bis jetzt nur über meineno raren Fernsehkonsum wusste. Das heisst, eigentlich kenne ich den Mann natürlich nicht, und wie ich regelmässig fern schaute, sind‘s doch schon Jahre her. Aber ich hatte ihn schon gesehen, vielleicht auch in der Zeitung. Unverkennbar sein weisses Käppi, sein Markenzeichen. DJ Ötzi spazierte also mit seinem Begleiter an mir vorbei, quasselt, verstehn tu i nix. Später seh ich, wie sich ein junge Frau mit ihm ablichten lässt, „er ist’s doch“ dachte ich, denn ich war trotz Käppi unsicher, weil ich mich ja wie gesagt, nie mit dem Mann auseinander gesetzt hatte.
Unsere Wege haben sich dort nochmals gekreuzt. Das war nur ein Augenblick, doch dieser war genau das, was ich Inspiration nenne. Ich weiss, dass er‘s war, schliesslich habe ich ihm aus einiger Entfernung, in die Augen geschaut, direkt und zufällig. Zuhause angekommen, war ich dann subito googeln. Klar war er's.
Meine Kinder kennen ihn, seine Musik natürlich längst, haben mitgetanzt- und gesungen, damals, als sie noch kleiner waren.
Ja, ich denk, die Geschichte des Gerry Friedle, wie er damit umgeht, was er daraus gemacht hat und macht, war die Botschaft an mich, in jenem Moment. Eine Botschaft, die für mich war, dabei spielt es keine Rolle, ob der Mann mich bewusst wahrgenommen hat oder dass wir kein Wort gesprochen haben. Vielleicht haben Sie auch schon irgend etwas gesagt wie: „Gott, oder wie du auch heisst und wer du auch bist, gib mir bitte ein Zeichen, irgend ein Zeichen das mir sagt, dass du nicht aufgehört hast, zu mir zu sprechen.“ Genau das war’s für mich gewesen, an diesem Samstag. Ein Samstag wie viele und doch ein bisschen anders.
31/1 Gedankenstopp 
Genau heute vor einem Monat haben wir vier, zwei meiner Kinder, Emil und ich uns auf dem Platz der Kirche St. Peter zugeprostet und gutes neues Jahr gewünscht. Emil ist ein Freund der Familie und heisst natürlich nicht Emil. Aber weil er jeweils die Stossstange der Kinderwagen meiner Nachbarinnen in die Hand nimmt, hin- und her schaukelt, in den Wagen guckt, lächelt und tuu tu tu sagt, auch wenn kein Kind drin ist, habe ich ihn Emil genannt, für den Weblog natürlich. Emil ist eben selbst wie ein Kind, manchmal jedenfalls. Anschliessend haben wir noch das Feuerwerk zusammen angeschaut, ja, es war echt friedlich, keine Selbstverständlichkeit.
Ich war total happy, Weihnachten war für mich damit endgültig vorüber, auch wenn der Tannenbaum noch zu Hause stand und Nadeln verlor, weil ich die ganze Zeit über vergessen hatte, ihm Wasser zu geben. Ja, und nun ist bald auch der Januar vorbei und das Erfreuliche daran ist, dass es mir immer noch gut geht. Zwar kracht es bei uns förmlich hin- und wieder, aber irgendwie ist die Qualität dieser „Kracher“ längst nicht mehr das, was sie mal waren. Oder vielleicht habe ich mich einfach nur daran gewöhnt. Es sind intensive Monate gewesen, im vergangenen Jahr, ein auf und ab und ich habe mir alle Mühe gegeben, wieder auf die Beine zu kommen. Ich glaube das, was ich im letzten Jahr an Erlebtem aufzählen könnte, zu den schlimmeren Kapiteln in meinem Leben gehört. Ja, und ich habe oft an den Kommentar gedacht, wo jemand schrieb: „Gibt es den Blog noch oder Gedankenstopp.“ Gedankenstopp war keiner, oder in gewissem Sinne vielleicht doch, viel mehr jedoch waren es immer dieselben wiederkehrenden Gedanken, die sich zu denselben Zyklen zusammenschlossen. So gesehen, war „Gedankenstopp“, weil da gar nicht mehr viel anderes war, als eben dieses Kreisen der Gedanken. 21/6 WM|
Kategorie:
Träume
Von
Sarah_Moser
um
22:23 |

(Auszug aus dem Interview mit Valon Behrami aus Tagi-Online vom 21.06.2010)
Ottmar Hitzfeld sagte zum Thema Schiedsrichter: «Es gibt solche, die sollen Fussball pfeifen, und solche, die am Strand pfeifen sollen.»
"Fussball ist ein physisches Spiel. Aber das war heute nicht möglich. Er zeigte schon früh Blaise (Nkufo) die gelbe Karte – für Nichts. Wenn einer das ganze Jahr in Saudiarabien pfeift und dann an die WM kommt. Das ist eben schon etwas anderes."
Noch immer bin ich so was von wütend und genervt. Fussball. WM. Die Schweiz mit dabei und dann das? Der Tagi-Kommentar: „Der Ref aus Saudi-Arabien schafft sich in Port Elizabeth keine neuen Freunde. Die Leistung des Unparteiischen ist auch nicht WM-würdig gewesen.“
Kurz nach dem Sieg den die Schweiz gegen Spanien gewann, sass ich im 5er-Tram Richtung Bellevue. Hochstimmung. Der Tramführer gab bekannt, dass nicht nur am Limmatplatz gefeiert, sondern auch am Bahnhofplatz und dass die Migros am nächsten Tag zehn Prozent Rabatt gewähren würde, weil die Schweiz gewonnen hat. Einige Fahrgäste lachten belustigt, als hätte er einen Scherz gemacht. Und weil auch am Bellevue Fiesta war und ich es nicht riskieren wollte, im 4er-Tram stecken zu bleiben, nahm ich die S Bahn. Am Abend des darauf folgenden Tages erzählten meine Kinder, die Migros gewähre auf alle Einkäufe zehn Prozent. Ja tatsächlich, die Kartoffeln die meine Tochter eben gebracht hatte, waren 50 Rappen billiger. Der fünf Kilo Budget-Kartoffelsack ist schon günstig und das bisschen Dreck, den es wegzuwaschen gilt, hat mich nie gestört. Und jetzt nach all dem, kommt so einer, so ein Möchtegernschiri und macht so ein Drecksgeschäft an der WM, macht wahr, was niemand glauben kann und es dennoch glauben muss, weil es vor unseren Augen geschehen ist. Aus den Kartoffeln, die übrig geblieben sind, mache ich morgen Salat. Wir werden den Salat Kartoffel-WM-Salat nennen und dem historischen Spiel Spanien-Schweiz gedenken, das uns so billige Kartoffeln beschert hat. Und ich wette, der Schiri, der würde drauf pfeiffen. 24/5 Herzding 
Dieses Jahr war Muttertag anders. Ich hatte meinen Kindern gesagt, dass sie ihre Geschenke, falls sie welche für mich hätten, an den Hut stecken könnten. Dass ich auf die Heuchelei dieser Geste gerne verzichten würde, dass ich streike, nicht da wäre. Rabenmutter hin- oder her, dieser Wunsch, wurde mir erfüllt, wenigstens einen dreiviertel Tag lang. Auf die Erläuterung der Umstände an diesem doch sehr speziellen Muttertag, seiner Vorgeschichte verzichte ich an dieser Stelle. Ein paar Tage später kam mein Sohn zu mir und gab mir zaghaft zwei Herzen, die er in der Handarbeitsstunde für mich gefertigt hatte. Die Wirkung auf mich war frappant. Ich spürte unmittelbar, wie sich mein Herz auftat, sich warm anfühlte, lebendig und wie sich dieses Gefühl in meiner Brust ausweitete. Dieses Erlebnis hat mich zur folgenden Meditation inspiriert:
Hören Sie Musik Ihrer Wahl, Typ Entspannung. Mein Tipp: «A Drop of Silence» von Kitaro.
Konzentrieren Sie Sich auf Ihr Herz. Spüren Sie Ihren Herzschlag. Spüren Sie, wie sich Ihre Brust hebt und senkt, Ihr Atem sich anfühlt wie Wellen des Meeres, die sich rhythmisch auf den Strand zu bewegen und sich wieder zurück ziehen.
Stellen Sie sich vor, Ihr Herz wäre ein Person, die Ihnen unendlich viel bedeutet, eine Freundin, ein Freund, jemand auf dessen Meinung Sie Wert legen.
Stellen Sie Ihrem Herzen nun folgende Fragen:
«Was, mein Herz, ist dir wirklich wichtig?
Was willst du mir sagen?
Was kann ich dafür (dich) tun?»
Sind es die unbezahlten Rechnungen, das Minus auf dem Bankkonto, die Wohnungseinrichtung, das nächste Projekt, der Job, mit dem sich wenigstens Geld verdienen lässt, die Ratenzahlung für das neue Auto, die Ferien – was ist es wirklich? 07/4 Wär ich ein Mann 
Wär ich ein Mann –
Mann, wär
ich kein
Haus-Mann sondern ein
Raus-Mann. Ständig zu Hause bleiben und
über Kinder, Brot und putzen zu schreiben – da würde
mir längst die Spucke weg bleiben. Nein auch mir ist es klar – für
den Bänz ist das bestimmt auch nicht immer nur wunderbar.
Kleine Kinder – kleine Sorgen.
Grosse Kinder – die Sorgen von morgen.
«Still stehn» von Silbermond – Worte als hätt‘
ich sie geschrieben, Gedanken, die mich wach durch die Nächte hielten.
Weiter gehn, um nicht still zu stehn – bloss wohin, das macht alles
keinen Sinn. Steh zu meinen Kindern klar –
lieb sie, so wie es immer war.
Oft wenn ich denke, ich kann nicht mehr weiter,
stünde besser auf der Karriere-Leiter, bei irgend ner Firma
für Ehre und Geld, sag ich zu mir:
Wär ich ein Mann –
Mann, wär ich
kein Haus-Mann sondern ein
Raus-Mann. Doch Kinder sind ja nicht
nur Sorgen, sondern auch– und vor allem –
die Welt und das Leben von morgen.
31/1 Haiti ist weit weg 
Haiti ist weit weg. Was die Menschen dort erlebt haben, ist schrecklich. Die, die überlebt haben. Unvorstellbar das Leid, das Elend. Erinnerungen an vergangene Katastrophen werden wach. Tsunami, oder nine eleven. Bloss, vergleichen kann man diese Dinge natürlich nicht. Jede Katastrophe ist individuell, anders. Die einen von Menschen verursacht, die andern von der Natur. Ja, so ist das. «Ich habe diesmal gespendet. Viel gespendet. So, wie letztes Mal, und vorletztes Mal, ausser dort, bei diesem Erdbeben im Iran, oder war‘s die Türkei, ich weiss nicht mehr wo das war, ist ja auch egal, ich kann ja nicht überall; – was meinst du? Ja, es ist ein Elend überall auf dieser Welt, aber da kann man nichts machen, ausser helfen, wenn‘s wieder mal soweit ist. Und überhaupt, die Politiker, die sollen doch endlich mal was tun. Nägel mit Köpfen zum Beispiel. Nicht nur blablabla und dann frisch und munter…Was sagst du, was…? Haiti ist weit weg? Gottseidank, stell dir mal vor, die stünden alle an unseren Grenzen und wollten…hä, du hast es selbst gesagt, dafür sind andere zuständig, die dort, wie heisst doch mal das Nachbarland dort, Santo… Santo, ist egal, lassen wir das. Ist doch immer dasselbe, seit Jahren. Seit ich mich erinnern kann. Ich jedenfalls habe gespendet. Ich kann nichts machen, Haiti ist weit weg.» 08/1 Gestiefelt|
Kategorie:
Geld
Von
Sarah_Moser
um
04:40 |
Unlängst befand ich mich auf Stiefelpirsch. Die Stiefel meiner Tochter waren kaputt. Der Schuhmacher schüttelte den Kopf, als ich ihm das demolierte Paar entgegenstreckte und sagte bloss: «Tut mir leid, das ist nix mehr zu machen, beim besten Willen nicht». Mitfühlend schaute er erst auf die Stiefel, dann auf mich. Nix zu machen, Scheissstiefel. Billigware. Aber meine Tochter bringt immer wieder das fertig, was andere auch mutwillig kaum zustande kriegen. Ob mit oder ohne Reissverschluss, billig, günstig, Qualitätsware oder Schund. Im ersten Geschäft fand ich ein Paar Stiefel, das, sagen wir von 99 Fränkli auf 49 und dann gleich nochmals auf 25 heruntergesetzt war. Als ich das Paar sah, erst noch das einzige in Schuhgrösse 40, die Grösse die meine Tochter trägt, jauchzte mein geplagtes Mutterherz. Mir wurde warm und wohlig beim Gedanken, dass nun vielleicht die Stiefelsuche bereits zu Ende war und dass die 25 Franken in diesem Fall das Budget nun wirklich kaum belasten würden. Wildlederstiefel mit guter Sohle, dennoch schnittig anzusehen, ach, was träum ich denn daher. Das Problem war, dass die Tochter, die die Schuhe probieren sollte zu Hause war. Und ich mit ihrem Bruder unterwegs, dessen Stiefel vom Vorjahr nicht mehr passten und der ebenfalls neue brauchte. Wir waren heuer spät dran und etliche Modelle bereits ausverkauft. Natürlich gefielen ihr die Stiefel nicht, als sie endlich im Schuhladen ankam, in dem ich seit beinahe einer Stunde herum tigerte. Was soll ich sagen? Nach ein Paar aufreibenden Abenden in der Stadt und vielen, vielen Schuhläden haben wir Stiefel gefunden, die zwar nicht grad doppelt so teuer waren, wie das heruntergesetzte Paar, aber doch teurer. Eins, das meiner Tochter gefällt. Und ich hoffe eins, das nicht nach ein paar Wochen kaputt geht. 14/12 Bezahlbar wohnen in der Stadt|
Kategorie:
Politik
Von
Sarah_Moser
um
23:25 |

Bezahlbar wohnen ist ein Anliegen, das viele Familien, Alleinstehende und man will es nicht glauben, ältere, ja alte Menschen haben, weil sie direkt davon betroffen sind.
Wie vielen ist es so ergangen und ergeht es heute wie uns, die wir vor genau drei Jahren umgezogen sind? Umgezogen, weil unsere Siedlung Neubauten weichen musste. Unsere neue Wohnung ist nicht gerade dreimal so gross wie die Alte, aber dreimal so teuer. Unsere Lebensqualität hat sich räumlich verbessert sich aber verschlechtert, weil die Lebensunterhalt–Kosten gestiegen sind. Vom Stress, den Sorgen, Ängsten, schlaflosen Nächten, einem zerrissenen Beziehungsnetz – alles Auswirkungen unter denen alle zu leiden haben, die ihre Wohnungen zwangläufig verlassen müssen, davon haben Betroffene aus verschiedenen Quartieren an der heutigen Kundgebung auf dem Rathausplatz eindrücklich berichtet. Berührend war das Votum der 83 Jahre alten Frau Bader die mit ihrem Mann ein halbes Jahrhundert im Quartier wohnt und die nun aus ihrer Wohnung im Escherpark in der Enge ausziehen müssen. Es ist zu hoffen, dass diesem kapitalistischen Wahnsinn endlich Einhalt geboten wird. Und dass Hausbesitzer durch einsichtiges (Ver)Handeln verhindern, dass aus friedfertigen Mietern kampfbereite Hausbesetzer werden. Damit ist bestimmt niemandem gedient. | |